Katastrophenhilfe: Einsatz in Pakistan
Im August 2010 kam es in Pakistan zu so schweren Überschwemmungen, dass das Land monatelang auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen war. Nahezu 2.000 Menschen starben, rund 600.000 waren von der Außenwelt abgeschnitten, und mehr als zwei Millionen wurden obdachlos. Insgesamt waren rund 15 Millionen Menschen von der Flutkatastrophe betroffen. Im Rahmen der Hilfseinsätze der internationalen Gemeinschaft forderte das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UNOCHA) die Unterstützung des Disaster Response Teams (DRT) von Deutsche Post DHL an.
* Speedballs sind Versandbeutel aus Polypropylen, die mit Lebensmitteln, Kochgeschirr und Arzneimitteln gefüllt und zur Versorgung von Menschen in abgelegenen Gebieten aus der Luft abgeworfen werden können.
Einsatzbereit binnen 72 Stunden
Das DRT ist Teil des konzernweiten Katastrophenmanagementprogramms GoHelp. Es gibt drei Regionalteams: DRT Asia Pacific in Singapur, DRT Americas in Panama und DRT Middle East /Africa in Dubai. Sie können auf einen Pool von über 500 geschulten Mitarbeitern zurückgreifen. Die freiwilligen Helfer werden im Falle eines DRT-Einsatzes von der Arbeit freigestellt. Die DRT-Teams sind nach einer Hilfsanfrage binnen 72 Stunden überall auf der Welt einsatzbereit.
„Ich war wegen einer Pressekonferenz zum DRT nach Islamabad gereist und mein Abflug war für den nächsten Tag geplant“, sagt Talha Jamal. „Aber als ich über die Pressekonferenz Näheres von der Situation erfuhr, musste ich einfach als Helfer aktiv werden. Ich war für die Kommunikation zuständig. Es war Fastenzeit und deshalb gar nicht so ohne, den ganzen Tag draußen in der brennenden Sonne auf dem Flugplatz zu stehen. Aber das Wissen, dass unser Einsatz hunderten Familien helfen würde, hielt mich aufrecht. Ich kann mir keine erfüllendere Aufgabe vorstellen.“
Kooperation und Koordination
Die Einsätze der Teams basieren auf einer langjährigen Partnerschaft mit UNOCHA sowie auf Vereinbarungen mit nationalen Katastrophenmanagementbehörden einzelner Länder. Sobald die Teams vor Ort sind, leisten sie an dem betroffenen Flughafen in enger Kooperation mit Hilfsorganisationen logistische Untersützung, damit die Katastrophenopfer schnell mit Hilfslieferungen versorgt werden können.
Seit der Einführung des DRT-Programms 2005 haben die Disaster Response Teams von DPDHL in mehr als 20 Einsätzen weltweit tausende Tonnen Hilfsgüter bewegt. In Pakistan waren die Helfer 35 Tage lang bei großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit im Einsatz. Die Hilfsorganisationen vor Ort betonten, der Einsatz habe ein gravierendes Kapazitätsproblem gelöst. Genau darum geht es beim Einsatz der DRTs: das Katastrophenmanagement effizienter und effektiver zu gestalten.