Hintergrund - E-Postbrief
Mit der Einführung des E-Postbriefs am 14. Juli hat die Deutsche Post DHL das Briefgeheimnis ins Internet gebracht. Nach mehr als 500 Jahren traditioneller Briefkommunikation beginnt damit eine neue Ära. Der E-Postbrief stellt einen Meilenstein in der Entwicklung der digitalisierten Kommunikation dar. Er bietet den Kunden der Deutschen Post erstmals verbindliche, vertrauliche und verlässliche elektronische Schriftkommunikation und ist dabei genauso schnell wie eine E-Mail. Als Garant des Briefgeheimnisses genießt die Deutsche Post bereits heute das Vertrauen von Bürgern, Unternehmen und Verwaltungen. Diesen Nimbus überträgt sie jetzt ins Internet.
Mit dem E-Postbrief wird die Deutsche Post zugleich ihrem Anspruch gerecht, DIE Post für Deutschland zu sein. Die Erweiterung des klassischen Briefgeschäfts um eine Online-Komponente ist somit auch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Umsetzung der im vergangenen Jahr eingeführten "Strategie 2015" des Konzerns Deutsche Post DHL.
Jürgen Gerdes, im Konzernvorstand für den Unternehmensbereich BRIEF verantwortlich, erklärt: "Wir sehen einen deutlichen Bedarf an sicherer Kommunikation im Internet. Die Post ist das Synonym für sichere Kommunikation. Der E-Postbrief eröffnet uns daher neue Geschäftsfelder."
Das Interesse der Kunden am E-Postbrief ist seit der Markteinführung Mitte Juli ungebrochen. "Die hohe Nachfrage unserer Kunden zeigt: Wir haben mit dem E-Postbrief ein attraktives Produkt geschaffen, das unser erfolgreichstes Produkt, den Brief, schneller und damit zukunftsfähiger macht", erklärt Gerdes weiter.
Auch bei den Geschäftskunden ist das Interesse am E-Postbrief sehr groß. Mit mehr als fünfzig Großkunden und Partnern hat die Deutsche Post bereits Verträge abgeschlossen, darunter Deutschlands größter Versicherer Allianz mit seinen 19 Millionen Kunden. Mit einer Vielzahl weiterer Unternehmen gibt es bereits Gespräche über eine Kooperation. Unternehmen und Verwaltungen können durch die Verwendung des E-Postbriefes bis zu 60 Prozent ihrer Kosten für die Postbearbeitung einsparen und gleichzeitig ihren Kundenservice verbessern. Bislang verursachen Vorbereitungsarbeiten wie Drucken, Falzen oder Kuvertieren etwa 70 Prozent des Gesamtaufwandes für den traditionellen Briefverkehr.
Der Softwarehersteller SAP, ebenfalls ein Kooperationspartner der Deutschen Post, plant, den E-Postbrief an seine Personalmanagement-Software anzubinden. Unternehmen können damit zukünftig Entgeltnachweise sicher elektronisch oder wahlweise als hybriden E-Postbrief - also in ausgedruckter Form und auf herkömmliche Weise per Postbote zugestellt - an ihre Mitarbeiter versenden. Zudem bietet der E-Postbrief vielen Geschäftskunden die Möglichkeit, intensiver mit ihren Kunden zu kommunizieren. Zu den Kooperationspartnern der Deutschen Post zählen auch der ADAC mit über 17 Millionen Kunden, Mercedes-Benz Motorsport, Lotto Hessen, der Deutsche Fußballbund und die Zürich Gruppe Deutschland. Mit dem Axel-Springer-Verlag befindet sich die Deutsche Post in Verhandlungen über ein Bezahlsystem für Medieninhalte.
Der E-Postbrief kostet wie der herkömmliche Brief 55 Cent, sowohl in der rein elektronischen als auch in der hybriden Form. Zusatzleistungen wie Einschreiben oder Farbausdrucke werden extra berechnet. "Unser Brief - egal ob physisch oder digital - basiert auf einer hochwertigen Leistung aus einer Hand", erläutert Konzernvorstand Gerdes. Diese Leistung sei nur mit einer komplexen logistischen Infrastruktur und einem hohen Maß an technischer und organisatorischer Sicherheit möglich und habe deshalb ihren - sehr attraktiven - Preis.
Angaben zum erwarteten Umsatzvolumen mit dem E-Postbrief und Prognosen zu den künftigen Nutzungszahlen macht der Konzern nicht. Allerdings sieht sich die Deutsche Post am Anfang einer dynamischen Entwicklung und setzt große Hoffnungen in das Produkt, das einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung des Unternehmensbereichs BRIEF leisten soll. Der Bedeutung der Produkteinführung entsprechend hat das Unternehmen für den E-Postbrief eine der größten Medienkampagnen des Jahres in Deutschland aufgesetzt, um die Kunden dafür zu mobilisieren.
Gegenüber Wettbewerbern, die mit ähnlichen Produkten auf den Markt kommen wollen, hat die Deutsche Post klar die Nase vorn. "Im Gegensatz zum Wettbewerb ist unser elektronischer Brief bereits da. Weitere für die Kunden attraktive Zusatzdienste werden wir noch in diesem Jahr anbieten. Wir sind der First Mover und wollen diesen Startvorteil entschlossen nutzen", verspricht Konzernvorstand Jürgen Gerdes.